Faktor 1-Sensoren machen die Automobil­produktion flexibler

Haben Sie schon einmal mit einem Rucksack einen Berg erklommen? Dann können Sie vielleicht nachvollziehen, warum das Thema Gewichtsreduktion in der Automobilindustrie einen hohen Stellenwert hat. Denn je geringer die Last, desto weniger Kraft wird benötigt und desto geringer ist der Energieverbrauch. Im Hinblick auf Elektrofahrzeuge ist dies sogar noch wichtiger: Je mehr man an anderer Stelle Gewicht sparen kann, desto größer kann die Batterie dimensioniert werden und dadurch die Reichweite des Elektroautos erhöht werden.

Induktive Sensoren im Karosseriebau

Materialmix als Schlüsseltechnologie für die Automobilproduktion

Als Schlüsseltechnologie für Gewichtsreduktion gilt der Leichtbau. Durch einen sinnvollen Materialmix kann Gewicht eingespart werden, ohne dass die Kosten übermäßig explodieren oder die Funktionalität und Sicherheit darunter leidet. Für Karosserieteile oder Sitzgestelle werden hochfeste Stähle oder Leichtmetalle verwendet. Dieser Materialmix hat allerdings Auswirkungen auf die Automobilproduktion – beispielsweise beim Einsatz von Sensorik. Denn induktive Sensoren sind heutzutage aus dem Karosserie- oder Aggregatebau nicht mehr wegzudenken. Allerdings reagieren sie auf unterschiedliche Metalle mit unterschiedlichen Schaltabständen. Dies würde ein häufiges Umrüsten und Justieren in der Produktion bedeuten. Zum Glück gibt es aber großartige Erfindungen wie die sogenannten Faktor 1-Sensoren, die hier Abhilfe schaffen. Worum es sich handelt und welche Vorteile sie für die Automobilproduktion bieten, lesen Sie hier.

Unterschiedliche Schaltabstände für unterschiedliche Metalle

Induktive Sensoren reagieren auf Metalle. Sie haben die Aufgabe berührungslos Metallobjekte zu erkennen. Den Abstand, in welchem das entsprechende Objekt vom jeweiligen Sensor erkannt werden kann, nennt man Schaltabstand. Der Schaltabstand ist bei induktiven Standardsensoren abhängig vom Material des Metalls. Stahl beispielsweise wird viel besser detektiert als Aluminium oder Kupfer. Daher werden in den Datenblättern der Sensoren Reduktionsfaktoren angegeben. Die Multiplikation aus Schaltabstand (für Stahl) und Reduktionsfaktor ergibt dann den tatsächlichen Schaltabstand für das jeweilige Metall:

Reduktionsfaktoren und Schaltabstände für Standard M12-Sensoren

Der Schaltabstand verringert sich für nicht-ferromagnetische Metalle also um bis zu 70%:

Schaltabstände für unterschiedliche Metalle bei induktiven Standard-Sensoren
Schaltabstände für unterschiedliche Metalle bei induktiven Standard-Sensoren

Faktor 1-Sensoren eliminieren den Reduktionsfaktor

Um dieses Problem zu beseitigen, wurden Faktor 1-Sensoren – kurz F1-Sensoren – entwickelt. Diese Sensoren vereinheitlichen die Schaltabstände und weisen für alle Metalle denselben Schaltabstand auf. F1-Sensoren eignen sich also hervorragend zur Detektion wechselnder Objekte (Stahl, Aluminium, Messing, Kupfer etc.), die sie mit identischem Schaltabstand – ohne Reduktionsfaktor – erfassen:

Schaltabstände für unterschiedliche Metalle bei induktiven Standard-Sensoren
Schaltabstände für unterschiedliche Metalle bei induktiven Faktor-Sensoren

Für Aluminium und Buntmetalle bedeutet dies ein 2-4-facher Schaltabstand im Vergleich zu einem induktiven Standardsensor.

Welche Vorteile habe ich als Anwender mit Faktor 1-Sensoren?

Folgende Tabelle zeigt Ihnen, welche Vorteile Sie als Anwender beim Einsatz von F1-Sensoren haben:

Vorteile beim Einsatz von Faktor 1-Sensoren

Faktor 1 @ Balluff

Um mehr über F1-Sensoren von Balluff zu erfahren, werfen Sie einen Blick auf unser Faktor 1-Portfolio hier. Sie finden verschiedenste Bauformen und Größen, passend für alle Applikationen. Sie sind magnetfeldfest und können so auch im Bereich starker elektromagnetischer Felder eingesetzt werden, beispielsweise in Schweißanlagen. Zusätzlich stellen wir Ihnen auch Varianten mit PTFE-Beschichtung gegen Schweißspritzer zur Verfügung.

Faktor 1-Sensoren in verschiedensten Bauformen und Größen

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